Weisheitszahn entfernen lassen oder nicht? Diese Anzeichen sprechen dafür!

Spätestens wenn Weisheitszähne auf dem Röntgenbild sichtbar werden, stellt sich für viele Menschen die gleiche Frage: Sollten sie entfernt („gezogen“) werden oder besteht gar kein Handlungsbedarf? Die Antwort fällt nicht immer eindeutig aus. Während manche Weisheitszähne ein Leben lang unauffällig bleiben, können andere Entzündungen begünstigen, benachbarte Zähne beeinträchtigen oder aufgrund ihrer Lage Probleme verursachen.

Welche Anzeichen auf einen behandlungsbedürftigen Weisheitszahn hindeuten können und warum auch beschwerdefreie Weisheitszähne regelmäßig im Blick behalten werden sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wann können Weisheitszähne Beschwerden verursachen?

Weisheitszähne sind die hintersten Backenzähne im Ober- und Unterkiefer. Zahnärzte bezeichnen sie häufig als die „Achter“, da sie an 8. Stelle – von der Mitte der Zahnreihen aus gesehen –, jeweils links und rechts in Ober- und Unterkiefer stehen. Sie brechen meist im späten Jugendalter oder in den frühen Erwachsenenjahren, also etwa zwischen 16 und 25 Jahren, durch. Nicht jeder Mensch entwickelt dabei alle vier Weisheitszähne. Sind sie vorhanden, finden sie manchmal ausreichend Platz im Kiefer und bleiben dauerhaft unauffällig. Fehlt dieser Platz, können sie schräg wachsen, nur teilweise durchbrechen oder im Kiefer eingeschlossen bleiben. Dadurch können Beschwerden entstehen oder andere Zähne beeinträchtigt werden.

Der Durchbruch der Weisheitszähne kann im ungünstigsten Fall eine gesamte Zahnreihe verschieben und dadurch einen Fehlbiss verursachen; als Folge können Verspannungen der Kaumuskulatur sowie ein- oder beidseitige Kompression der Kiefergelenke auftreten.

Mögliche Hinweise auf einen behandlungsbedürftigen Weisheitszahn:

  • Schmerzen im hinteren Bereich des Ober- oder Unterkiefers
  • Druckgefühl beim Kauen
  • störender Frühkontakt beim Zubeißen
  • gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch rund um den Weisheitszahn
  • wiederkehrende Entzündungen
  • Schwellungen im Kieferbereich
  • eingeschränkte Mundöffnung
  • unangenehmer Geschmack oder Mundgeruch durch Entzündungen
  • Beschwerden, die wiederholt auftreten

 

Besonders häufig treten Probleme bei Weisheitszähnen auf, die nur teilweise durchgebrochen sind. Zwischen Zahn und Zahnfleisch entstehen dann oft schwer zugängliche Bereiche, in denen sich Bakterien und Speisereste ansammeln können. Dadurch werden Entzündungen begünstigt.

Warum sollten auch beschwerdefreie Weisheitszähne kontrolliert werden?

Die oben genannten Beschwerden sind häufig der Anlass für eine Untersuchung. Auffällige Weisheitszähne können jedoch auch dann vorliegen, wenn zunächst keine Beschwerden bestehen. Manche Veränderungen werden erst bei einer Kontrolluntersuchung oder auf dem Röntgenbild entdeckt. So können Weisheitszähne beispielsweise Druck auf benachbarte Zähne oder deren Wurzeln ausüben, ohne dass Betroffene dies zunächst bemerken. Als „Frühkontakte“ können Weisheitszähne funktionelle Störungen im Kausystem auslösen, dadurch Kaumuskulatur und Kiefergelenke fehlbelasten und CMD-Beschwerden verursachen.

Durch ihre Lage weit hinten im Mund sind Weisheitszähne zudem oft schwerer zu reinigen als andere Zähne. Dadurch steigt das Risiko für Karies und Entzündungen, sowohl am Weisheitszahn selbst als auch an den benachbarten Zähnen. In seltenen Fällen können sich außerdem Zysten entwickeln, die lange unbemerkt bleiben und häufig erst auf einem Röntgenbild erkannt werden.

Gerade weil solche Veränderungen nicht immer sofort Beschwerden verursachen, sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll. So lässt sich beurteilen, ob die Weisheitszähne weiterhin unauffällig bleiben oder ob sich Entwicklungen zeigen, die eine Behandlung erforderlich machen könnten.

Die richtige Entscheidung für eine Weisheitszahnextraktion lässt sich nur individuell treffen

Ob ein Weisheitszahn entfernt werden sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Manchmal sprechen wiederkehrende Entzündungen, Schmerzen oder eine ungünstige Lage im Kiefer für eine Entfernung. Auch ein erhöhtes Risiko für Karies oder Schäden an benachbarten Zähnen können eine Rolle spielen.

Genauso gibt es jedoch viele Fälle, in denen kein Handlungsbedarf besteht. Haben die Weisheitszähne ausreichend Platz, lassen sie sich gut reinigen und verursachen keine Beschwerden, sind regelmäßige Kontrollen oft völlig ausreichend.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre persönliche Situation einzuschätzen ist, kann eine zahnärztliche Untersuchung Klarheit schaffen. Bei MunichDent prüfen wir, wie die Weisheitszähne im Kiefer liegen, ob sie Beschwerden verursachen oder benachbarte Strukturen beeinträchtigen könnten. Auf dieser Grundlage beraten wir Sie individuell dazu, ob regelmäßige Kontrollen ausreichen oder eine Entfernung sinnvoll sein kann.